„Lesen Sie?“

Diesmal nachgefragt bei Sibylle Wieduwilt, Vorsitzende des Verbands Deutscher Antiquare e.V.

Was lesen Sie gerade?

Daniel Kehlmann, Tyll.

Wie finden Sie Ihre Lektüre? Im Feuilleton, in der Buchhandlung, durch Tipps von Freunden?

Eigentlich überall. Oft durch Geschenke oder Tipps von Freunden, gern beim Stöbern in kleinen Buchhandlungen und ab und an im Feuilleton.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Leseerlebnis?

Leider nicht. Nur an die ersten Vorleseerlebnisse durch meinen Vater: regelmäßige abendliche Fortsetzungen der Bücher von James Krüss, Erich Kästner usw. Sobald ich selber lesen konnte, habe ich eigentlich alles »verschlungen«, was mir in die Finger kam und was mir von meiner Mutter, einer Bibliothekarin, die Rüge einbrachte, ich würde schmökern und nicht lesen.

Wer ist Ihr Lieblingsautor, Ihre Lieblingsautorin?

Das kann ich so gar nicht sagen. Es gibt eine Reihe von Autorinnen und Autoren, die ich immer wieder lese bzw. bei deren Neuerscheinungen ich meist zugreife. So lese ich immer wieder gern den schon erwähnten Daniel Kehlmann, Siri Hustvedt, Haruki Murakami, Paul Auster, Christoph Hein und viele andere.

Welches Buch würden Sie ein zweites Mal lesen?

Da gibt es eine ganze Menge, aber leider fehlt die Zeit schon für die ganzen Bücher, die ich noch gar nicht gelesen habe und unbedingt noch lesen will. Seit Erscheinen des hervorragenden Hörbuchs gibt es den Plan, James Joyce’ Ulysses erneut zu lesen.

Lesen Sie täglich in einem Buch?

Ich versuche es. Meist nimmt jedoch die Lektüre der wöchentlichen ZEIT so viel Zeit ein, dass sie für die Bücher fehlt. Zumindest habe ich bei jeder Reise, jedem Arztbesuch und jeder Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln »ein Buch für alle Fälle« dabei.

Welches Buch haben Sie in letzter Zeit verschenkt?

Christoph Hein Verwirrnis.

Gibt es ein Buch, das für Ihre Arbeit von besonderer Bedeutung war oder ist?

Durch meine Arbeit als Antiquarin sind zahlreiche Bibliographien und Nachschlagewerke wichtig für die täglichen Beschreibungen der Bücher. Aber man kann sagen, dass meine erste direkte Begegnung mit einer Inkunabel im Alter von ca. 12 Jahren der Auslöser für den Wunsch war, diesen für mich bis heute spannenden Beruf zu ergreifen.

Welchem aktuellen Buch würden Sie mehr Erfolg wünschen? Warum?

Maurice Philip Remy, Der Fall Gurlitt. Der Titel ist zwar bereits vor Längerem erschienen, gibt aber einen der spannendsten Justizskandale der Bundesrepublik der letzten Jahre wieder.

Haben Sie einen Lieblingsverlag?

Nein.

Erinnern Sie sich an eine Literaturverfilmung, die Sie besonders beeindruckt hat?

Der Film »Vor der Morgenröte« von Maria Schrader über die letzten Lebensjahre Stefan Zweigs gibt ein beeindruckendes Bild, wie stark sich Exilerfahrung auf einen Menschen auswirken kann.

Welches Buch haben Sie immer noch nicht gelesen?

Thomas Mann, Der Zauberberg.

6_2018_Fragebogen_Raetsel.pdf

Fragebogen als PDF-Datei zum Download

1.1 M