„Lesen Sie?“

Diesmal nachgefragt bei dem Künstler Hans Albrecht, Zell unter Aichelberg

Was lesen Sie gerade?

Reinhard Kaiser-Mühlecker, Roter Flieder.

Wie finden Sie Ihre Lektüre? Im Feuilleton, in der Buchhandlung, durch Tipps von Freunden?

Am ehesten in kleinen (Berliner) Buchhandlungen und modernen Antiquariaten. Anregend für mich ist auch die Sendung »Büchermarkt« des Deutschlandfunks. Und natürlich bekomme ich gerne Tipps von den Freunden, von denen ich aus Erfahrung weiß, dass ihre literarischen Vorlieben mit den meinen übereinstimmen.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Leseerlebnis?

Das war wohl eher ein Vorleseerlebnis mit den gängigen Kinderbüchern, zum Beispiel Grimms Märchen, die ich dann später auch selbst gelesen habe. Danach haben mich Andersens Märchen stark beeindruckt. Noch etwas später dann Mark Twains Die Abenteuer des Tom Sawyer und Huckleberry Finn.

Wer ist Ihr Lieblingsautor, Ihre Lieblingsautorin?

Thomas Bernhard.

Welches Buch würden Sie ein zweites Mal lesen?

Inzwischen lasse ich mich lieber auf neue Leseerlebnisse ein, während ich früher diverse Bücher mehrfach gelesen habe, darunter vor allem Hermann Hesse (Der Steppenwolf und Das Glasperlenspiel). In den letzten Jahren gibt es einen »Zweitkontakt« manchmal über Hörbücher, die ich mir gerne im Auto vorlesen lasse, darunter die Romane von Charlotte Brontë, Thomas Mann und Thomas Bernhard.

Lesen Sie täglich in einem Buch?

Ja, auch wenn es manchmal nur für wenige Seiten reicht.

Welches Buch haben Sie in letzter Zeit verschenkt?

Patrick Modiano, Im Café der verlorenen Jugend.

Gibt es ein Buch, das für Ihre Arbeit von besonderer Bedeutung war oder ist?

Die Welt als Labyrinth von Gustav René Hocke hat schon vor vielen Jahren meinen Blick auf künstlerisches Handeln erweitert.

Welchem aktuellen Buch würden Sie mehr Erfolg wünschen? Warum?

Jetzt – zum neuen Jahr – wünsche ich allen Verlagen, die ambitionierte Literaturkalender herausgeben, große Absatzerfolge! Auf täglichen oder wöchentlichen Kalenderblättern lässt sich Literatur in Minimaldosierung genießen. Und manche dieser kleinen Textstellen verführen dazu, sich mit bestimmten AutorInnen einmal intensiver zu befassen ...

Haben Sie einen Lieblingsverlag?

Nein. Ich schätze aber sogenannte Künstlerbücher, die im Eigenverlag in kleinen Auflagen produziert werden und die etwa durch originelle Text-Bild-Kombinationen auffallen, mit der Typografie experimentieren und mit unterschiedlichen Papiersorten arbeiten.

Erinnern Sie sich an eine Literaturverfilmung, die Sie besonders beeindruckt hat?

Wim Wenders, »Der amerikanische Freund« nach Patricia Highsmith.

Welches Buch haben Sie immer noch nicht gelesen?

Es warten noch zwei Bände von Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Im Augenblick habe ich eine kleine Proust-Pause eingelegt – sehr bald schon soll die aber beendet sein!

1_2018_Fragebogen_Raetsel.pdf

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