„Lesen Sie?“

Diesmal nachgefragt bei dem Heilbronner Künstler Peter Riek

Was lesen Sie gerade?

In Etappen: Frank Witzel, Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969. Hat viel mit mir zu tun.

Wie finden Sie Ihre Lektüre? Im Feuilleton, in der Buchhandlung, durch Tipps von Freunden?

Gilt alles – zumeist aber führt eine Lektüre zur nächsten.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Leseerlebnis?

Robinson Crusoe in einer Jugendausgabe und Asterix – ich erhielt von meiner Klavierlehrerin als Erfolgsprämie für gutes Üben je einen Band geliehen. Als ich alle Bände gelesen hatte, beendete ich den Unterricht.

Wer ist Ihr Lieblingsautor, Ihre Lieblingsautorin?

Mir liegen eher stille Positionen am Herzen, wie der Schweizer Autor Gerhard Meier. Überhaupt die Schweizer: von Gottfried Keller über Robert Walser bis Max Frisch. Dann die Romantiker: Mörike, Hölderlin, Kerner, Waiblinger, Uhland, die alle im Umkreis weniger Kilometer von hier lebten und schrieben.

Welches Buch würden Sie ein zweites Mal lesen?

Gerade eben erst Langsame Heimkehr von Peter Handke

Lesen Sie täglich in einem Buch?

Sie nicht?

Welches Buch haben Sie in letzter Zeit verschenkt?

Thomas Bernhard, Meine Preise, und Karl Ole Knausgard, Spielen.

Gibt es ein Buch, das für Ihre Arbeit von besonderer Bedeutung war oder ist?

Fernando Pessoa, Buch der Unruhe, und Xavier de Maistre, Reise um mein Zimmer.

Welchem aktuellen Buch würden Sie mehr Erfolg wünschen? Warum?

Der Körper meiner Zeit von Kurt Drawert. Ein Langgedicht zwischen Odenwald und Istanbul, zwischen messerscharfem Verstand und größter Empfindsamkeit und in wunderbarer Sprache.      

Haben Sie einen Lieblingsverlag?

Ich freu mich an vielen Entdeckungen und schön gemachten Büchern bei Guggolz, Matthes & Seitz-Naturkunden, Dörlemann und anderen kleinen Verlagen. Was Hanser und Suhrkamp machen, verfolgt man ja sowieso.

Erinnern Sie sich an eine Literaturverfilmung, die Sie besonders beeindruckt hat?

Literatur ist Literatur und Film ist Film. Die einzig gültigen Verfilmungen entstehen beim Lesen im Kopf. Nur bei Viscontis »Tod in Venedig« war es einmal so, dass mich der Film zur Lektüre führte und bestehen blieb.

Welches Buch haben Sie immer noch nicht gelesen?

Goethes Wilhelm Meister steht schon Jahre im Leseregal am Bett und wandert durch zu viel Gegenwart immer wieder nach hinten. Kommt aber noch.

Foto: Hans Kienzle

5_2017_Fragebogen_Raetsel.pdf

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