„Lesen Sie?“

Diesmal nachgefragt bei Nikola Lutz, Saxofonistin und Komponistin

Was lesen Sie gerade?

Im Moment lese ich parallel die bolivianischen Tagebücher von Che Guevara im spanischen Original, Lernen – Gehirnforschung und die Schule des Lebens von Manfred Spitzer und Das geheime Leben der Bäume von Peter Wohlleben.

Wie finden Sie Ihre Lektüre?

Verschieden. Mein Bruder erweist sich immer wieder als Experte für interessante Publikationen. Auch bei Internetrecherchen werde ich zuweilen fündig.

Erinnern Sie sich an Ihr erstes Leseerlebnis?

Ja, mein jüngerer Bruder hatte sich im Alter von 4 Jahren selbst das Lesen beigebracht, um Asterix und Obelix lesen zu können. Das konnte ich als knapp zwei Jahre ältere Schwester nicht auf mir sitzen lassen und so hab’ ich das dann auch gelernt.

Wer ist Ihr Lieblingsautor, Ihre Lieblingsautorin?

Einen festen Favoriten habe ich nicht, aber aktuell haben mich Jean Ziegler und Daniel Everett sehr beeindruckt.

Welches Buch würden Sie ein zweites Mal lesen?

Ich tendiere doch eher zum Sachbuch. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass man ein Buch erst einmal liest und dann immer wieder aufschlägt, um das Gedächtnis aufzufrischen.

Lesen Sie täglich in einem Buch?

Wenn wir Manuals und Kochbücher mitzählen – ja.

Welches Buch haben Sie in letzter Zeit verschenkt?

Jean Ziegler, Ändere die Welt. Seine Positionen verschaffen ihm direkte Einblicke in viele Verhältnisse und Zusammenhänge. Er nutzt dies, um mit gnadenloser Klarheit offenzulegen, wie unsere Gesellschaften ärmere Länder ausbeuten und immer wieder Mangel an Fairness als Sachzwang vertuscht wird. Die Schärfe seiner Kritik macht dabei vor seiner eigenen Person nicht halt, was ihn nahbar und menschlich erscheinen lässt, eine gute Voraussetzung, um seine Aufforderung an jeden Einzelnen zu mehr Verantwortung wirksam werden zu lassen.

Gibt es ein Buch, das für Ihre Arbeit von besonderer Bedeutung war oder ist?

Da gibt es mehrere. Als Komponistin arbeite ich aktuell an einem Stück über Revolutionen, es heißt foco_2018. In diesem Zusammenhang steht meine Lektüre von Guevaras Tagebüchern. Das Buch von Manfred Spitzer beeinflusst meine Unterrichtstätigkeit als Professorin für Saxofon und beeindruckt mich nicht nur durch seinen Informationsgehalt, sondern mehr noch durch die Haltung des Autors, der trotz seines großen Spezialwissens eine Sprache findet, in der man Anschluss an dieses Wissen nehmen kann.

Welchem aktuellen Buch würden Sie mehr Erfolg wünschen? Warum?

Daniel Everett, Das glücklichste Volk. Er hat viele Jahre bei den Pirahã-Indianern im Amazonas-Gebiet gelebt und gibt Einblicke in deren Gesellschaft, die so radikal anders als unsere funktioniert, dass ich jedem, der über die Zukunft unseres Planeten nachdenkt, die Lektüre ans Herz legen will.

Welches Buch haben Sie immer noch nicht gelesen?

Alfred W. McCoy, Die CIA und das Heroin: guter investigativer Journalismus. Geschenk meines Bruders. Muss bis Juni auf mich warten.

2_2018_Fragebogen_Raetsel.pdf

Fragebogen als PDF-Datei zum Download

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