Rätsel

Gesucht wird wieder einmal ein berühmter Unbekannter.

Jede württembergische Stadt, die etwas auf sich hält – so könnte man glauben –, hat eine Straße nach ihm benannt, Stuttgart sogar ein Gewässer. Fragt man die Anwohner nach dem Namensgeber, erntet man in der Regel ratloses Achselzucken. Es wäre aber denkbar, dass man im heutigen Ägypten mehr Menschen findet, die ihn noch kennen.

Geboren wurde er in einer schwäbischen Kleinstadt als Sohn eines Lehrers für Griechisch und Geschichte. Seine Kindheit verbrachte er im hohenlohischen Schöntal, sein Vater unterrichtete dort am evangelischen Seminar und betätigte sich neben seinem Brotberuf literarisch, wie später auch der Sohn.

Der Gesuchte studierte in Stuttgart Maschinenbau und sammelte anschließend Erfahrungen als Schlosser, bevor er in Stuttgart-Berg eine Anstellung als technischer Zeichner fand. 1869 übernahm er die Auslandsvertretung einer englischen Fabrik für Dampfpflüge, was zahlreiche Reisen durch alle Welt mit sich brachte. Unter anderem war er drei Jahre in höherer Stellung in Ägypten tätig.

 

Während all dieser Jahre schrieb er tagebuchartige, autobiografische Texte und Briefe, er fand aber auch die Zeit, ein Theaterstück zu verfassen. Seine schriftstellerischen Arbeiten kreisten oft um sein Leben als Ingenieur. Das gilt vor allem für sein erfolgreichstes Buch, eine Sammlung von Erzählungen, die in stilistisch wunderbarer Prosa seine beruflichen Reisen in England, Ägypten Russland und den USA beschreiben. Sein letztes Werk war ein Roman, in welchem er eine historische Gestalt aus Schwaben zum Titelhelden macht. Diese Figur versuchte vor fast zweihundert Jahren, die damaligen Grenzen der Ingenieurskunst fundamental zu erweitern – und scheiterte kläglich. Dieses Scheitern, das möglicherweise nur widrigen Tagesumständen zuzuschreiben war, trieb den jungen Mann trotzdem ins Elend und in einen traurigen Tod.

 

Wer war’s, der ihm das literarische Denkmal setzte?

 

Unter den Einsendern der richtigen Lösung bis zum 6. August über www.literaturblatt.de oder auf einer Postkarte an die

Redaktion Literaturblatt

Burgherrenstraße 95

70469 Stuttgart

 

verlosen wir das letztgenannte Buch, das es leider nur noch antiquarisch gibt. In Heft 3/2010 hatten wir nach John W. Irving gefragt, dessen Erzählband Rettungsversuch für Peggy Sneed Werner Bischoff aus Biberach gewonnen hat.

 


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