Rätsel
Der Gesuchte wurde als Sohn niederdeutscher Adliger 1772 auf deren Gut in Kursachsen geboren. Mit 22 Jahren schloss er sein Jurastudium mit besten Noten ab; für sein späteres künstlerisches Schaffen war es aber bedeutsamer, dass er während des Studiums Schriftsteller und Dichter seiner Zeit kennenlernte: Goethe, Herder, Jean Paul, Tieck, Schelling, vor allem nahm er zu Friedrich Schiller Kontakt auf, dessen Geschichtsvorlesungen er besuchte.
Er wurde dann nicht in den Staatsdienst übernommen, sondern trat als Aktuarius in den Dienst des Kreisamtmannes A. C. Just, seines späteren Biografen. In dieser Zeit lernte er ein 12-jähriges Mädchen kennen, mit dem er sich an ihrem 13. Geburtstag offiziell verlobte. Ihr früher und qualvoller Tod kaum zwei Jahre später prägte den jungen Mann für sein ganzes, ebenfalls sehr kurzes Leben. Er starb 1801 an der Schwindsucht.
1797 begann er ein weiteres Studium: Bergwerkskunde. In dieser Zeit veröffentlichte er erste Fragmente, unter jenem Pseudonym, unter dem wir ihn bis heute kennen. Zusammen mit Friedrich Schlegel entwickelte er das Fragment zu einer literarischen, spezifisch romantischen Kunstform. Den Kern seines literarischen Schaffens machen das Streben nach der „Romantisierung der Welt“ und die Suche nach der Verbindung von Wissenschaft und Poesie aus. Das Ergebnis sollte eine „progressive Universalpoesie“ sein. Dieser Drang, unterschiedliche Ausprägungen des Geistes mit dem gelebten Alltag und seinen (leidvollen) Erfahrungen zu verbinden, verdankt sich zu nicht geringem Teil der pietistischen Haltung seiner Familie.
In den 1970er Jahren erlebte der Gesuchte für geraume Zeit eine unerwartete Popularisierung, die so weit ging, dass sich eine deutsche Rockband nach ihm benannte. Zusammen mit Hermann Hesse und Friedrich Hölderlin galt er eine Weile als Vorkämpfer für eine „bessere Welt“. Insbesondere ein von ihm gewähltes Symbol in seinem Fragment gebliebenen Roman wurde zum Sinnbild für eine ganzheitliche Weltschau, für einen schonenden Umgang mit der Natur und für Rücksicht auf die psychischen Bedürfnisse des Menschen. Weniger bekannt geworden ist, dass einige seiner Texte Aufnahme in das lutherische Gesangbuch gefunden haben.
Trotz seines relativ schmalen Werkes hat er nachhaltigen Einfluss auf spätere AutorInnen ausgeübt. Die Günderode oder auch Eichendorff betonten die Bedeutung seines Schaffens für ihr eigenes Werk.
Wer war’s
Unter den Einsendern der richtigen Lösung bis zum 6. April über www.literaturblatt.de
oder auf einer Postkarte an die
Redaktion Literaturblatt
Burgherrenstraße 95
70469 Stuttgart
verlosen wir ein Exemplar der „Gesammelten Werke“ des Gesuchten.
In Heft 1 hatten wir nach Vicki Baum gefragt, deren „Komödie aus dem Schönheitssalon“ Pariser Platz 13 das Los für Silvia Seide-Markovac aus Ludwigsburg bestimmte.
