Rätsel

Wer war’s 

Erfolg ist flüchtig und Ruhm schnell vergänglich. Zu ihren Lebzeiten hat die heute Gesuchte beides in gebührendem Maße erlebt, heute ist sie, deren 111. Geburtstag man am 31. Januar begeht, eigentlich nur noch literarischen Insidern geläufig.

Sie wurde in Karlsruhe als Tochter des Ehepaares Max Freiherr von Holzing Berstett und Elsa von Seldeneck geboren. Wenig deutete zunächst auf ihre dichterische Begabung hin; lediglich der Umstand, dass sie 20-jährig eine Buchhändlerlehre begann, belegte ein literarisches Interesse.

Da der Vater, ein Offizier, aus badischen in preußische Dienste wechselte, übersiedelte die Familie früh nach Berlin, wo bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges die 13-Jährige die Kriegstrunkenheit der Berliner Bevölkerung miterlebt. Diese haltlose Begeisterung fürs Töten muss sie nachhaltig geprägt und ihr für den Rest ihres Lebens das Gefühl der Ohnmacht gegenüber den Verhältnissen vermittelt haben. Über ihre Zeit des inneren Exils in Nazideutschland schrieb sie später: „Worin soll sie denn bestanden haben, unsere sogenannte innere Emigration? Darin, daß wir ab und zu einem Juden auf der Straße die Hand gaben, auch dann, wenn es jemand sah?“ Literarisch bewirkte diese Erfahrung eine radikale Hinwendung zum Menschen und seiner Umgebung. 

1952 gelang ihr mit einem Erzählband der Durchbruch, 1955 erhielt sie den Georg-Büchner-Preis. Sie wurde mit ihren Gedichten und Erzählungen, Hörspielen und Essays zu einer wichtigen Stimme im Nachkriegsdeutschland, mitunter wurde ihr die Funktion einer „moralischen Stimme der Republik“ zugewiesen. Man darf annehmen, dass sie damit nicht nur glücklich war.

Meist lebte sie in Frankfurt, wo ihr Mann einen Lehrstuhl für Archäologie innehatte. Sie starb 1974 in Rom, wurde aber in Südwestdeutschland beigesetzt.

1977 erschien postum ein Märchen, mit dem sie ganz unerwartet einen großen Erfolg beim jüngeren Publikum fand – wohl, weil es sehr genau das Lebensgefühl einer ganzen Generation nachzeichnete. 

Wer war’s?

Unter den Einsendern der richtigen Lösung bis zum 1. Februar an die

Redaktion Literaturblatt

Burgherrenstraße 95

70469 Stuttgart

verlosen wir einen Erzählband, in dem sie den Herkunftsort ihrer Familie beschreibt. In Heft 6 / 2011 haben wir nach Klaus Kordon gefragt, dessen Roman Im Spinnennetz Ulrich Weidt aus Freiburg gewonnen hat.

2012_01_fragebogen_raetsel.pdf

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