Rätsel

Eine Fülle von Begabungen zu besitzen, ist vielleicht noch belastender als keine oder nur wenige. Den diesmal gesuchten Autor würde man heute wohl als Multitalent bezeichnen, manche sprechen für eine Lebensphase sogar von seinem »Doppelleben« als Jurist und Musiker – die Liebe zur Musik beziehungsweise die Verehrung für einen Komponisten dokumentierte er durch eine Änderung seines dritten Vornamens.

Trotz der Förderung seiner künstlerischen Talente in der Jugend studierte er Jura und erhielt nach durchweg erfolgreich bestandenen Examen eine Anstellung als Gerichtsrat in Berlin, danach als Assessor in Posen. Wegen einiger Karikaturen wurde er strafversetzt und entschied sich mit Anfang dreißig für eine neue Karriere als Kapellmeister, doch er reüssierte in der oberfränkischen Stadt dann weniger als Musikdirektor denn als Schriftsteller – als solcher ist er schließlich am bekanntesten geworden.

Ein Märchen von ihm wird gern zur Weihnachtszeit gelesen, eine Novelle gilt als erste deutsche Kriminalerzählung und einige seiner so skurrilen wie unheimlichen Prosastücke sind gewissermaßen Prototypen der Schwarzen Romantik und liefern Stoff für vielfältigste literaturwissenschaftliche Interpretationsansätze.

Eines seiner Kunstmärchen ist derzeit Schullektüre für AbiturientInnen und dementsprechend auch auf einigen Theaterbühnen im Land zu erleben, weil dieser romantische Klassiker mit seinen Anspielungen auf verschiedene Mythen, mit der Traumtänzerei und den Konflikten zwischen dem Guten und dem Bösen sowie der materialistisch-bürgerlichen Alltagsrealität und dem Reich der Phantasie nicht unbedingt eine leichte Lektüre darstellt. Ein Leben in der Poesie, wie es dem Protagonisten am Schluss des »Märchens aus der neuen Zeit« beschieden ist, könnte man als eine glückliche Zukunftsvision verstehen.

Wer war's?

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