Rätsel

Eine romantisch-tragische Liebesgeschichte erzählt der bekannteste Roman des diesmal gesuchten Schriftstellers, dabei surreal und verspielt. Als er kurz nach den Schrecken des Zweiten Weltkriegs erschien, muss er noch mitreißender gewirkt haben als heute. Der Autor war damals Mitte zwanzig, ebenso jung wie seine Protagonisten; er kannte das erlesene Interieur, in dem sie sich bewegen und begeisterte sich wie sie für Philosophie und Jazz.

Sein Jugendfreund war ein später berühmt gewordener Violinvirtuose, er selbst spielte Trompete, sang Chansons und hat einige Platten aufgenommen, auch als Schauspieler wurde er gelegentlich engagiert. Dieses bohemehafte Leben passt auf den ersten Blick gar nicht zu seinem Studium der Ingenieurwissenschaften und einer mehrjährigen Tätigkeit als Angestellter – doch es war die Zeit des Existentialismus, eines Jean-Sol Patre (wie der Philosoph im Roman heißt) und insbesondere in Paris einer Stimmung des Aufbruchs. Jazz beeinflusste sein literarisches Werk – er arbeitete als Musiker, künstlerischer Direktor einer Schallplattenfirma und Autor für Zeitschriften –, und ebenso die Pataphysik, aber auch eine überzeugte Kritik an Staat und Militär; einige seiner Texte wurden wegen Unmoral und Pazifismus verboten.

Trotz der Schwierigkeit, die zahlreichen Wortspiele zu übersetzen, erschienen die meisten Werke des Gesuchten auf Deutsch und gewannen auch hierzulande einen gewissen Kultstatus. Nicht zuletzt, weil der erwähnte Roman zwischen 1968 und 2013 vier Mal verfilmt und vor wenigen Jahren zum zweiten Mal übersetzt wurde, nun mit einem leicht, aber semantisch entscheidend veränderten Titel und einem saloppen neuen Ton – der die Lektüre noch um einiges vergnüglicher macht.


Wer war’s?

5_2019_Fragebogen_Raetsel.pdf

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